Stadtfest Kyritz

28. - 30. Juni 2019

KYRITZ

 

Die Hansestadt Kyritz, auch Kyritz an der Knatter genannt, ist eine Stadt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin im Nordwesten von Brandenburg.

Geografie

Die Stadt liegt in der historischen Landschaft Prignitz im Nordwesten Brandenburgs. Durch Kyritz verläuft die naturräumliche Grenze zwischen Kyritzer Platte im Westen und Dosseniederung im Osten, wo sich die nahe Kyritzer Seenkette befindet. An den östlichsten Ortsteil Teetz schließt sich die Wittstock-Ruppiner Heide an.

Benachbarte Städte, Ämter und Gemeinden sind Heiligengrabe im Norden, Wittstock/Dosse und das Amt Temnitz im Nordosten, Wusterhausen/Dosse im Osten, das Amt Neustadt (Dosse) im Süden sowie die Gemeinden Plattenburg im Südwesten und Gumtow im Westen.

Kyritz trägt im Volksmund den Beinamen „an der Knatter“. Das Geräusch der früher zahlreichen knatternden Wassermühlen an einem Nebenarm der Jäglitz war namensgebend. Heute ist dieser Nebenarm der Jäglitz verrohrt und von den fünf Wassermühlen existiert nur von einer noch das Gebäude.

Stadtgliederung

Die Stadt Kyritz gliedert sich wie folgt: [2]

Kernstadt Kyritz mit den Wohnplätzen Blechern Hahn, Feldsiedlung, Grünfelde, Heinrichsfelde, Karl-Friedrichshof, Karnzow, Köhnsbau, Rüdow, Stolpe, Waldkolonie und Wolfswinkel.

10 Ortsteile:

  • Drewen
  • Rehfeld mit den Wohnplätzen Klosterhof und Wilhelmsgrille

    Geschichte

    Im Jahr 948 wurde der Gau Chorizi erstmals urkundlich erwähnt. 1237 erhielt Kyritz  das Stendaler Stadtrecht durch die Herren von Plotho.

    Im 14. Jahrhundert wurde die damals wichtige Handelsstadt Mitglied der Hanse und lag am Pilgerweg Berlin–Wilsnack. Zu dieser Zeit wurden auch die Pfarrkirche St. Marien und die Stadtmauer gebaut. Die Kirche und Reste der Stadtmauer existieren heute noch. 1381 überfiel der Ritter Bassewitz (nicht gesichert) die Stadt. Im Jahr 1411 wurde er gefasst und enthauptet (nicht gesichert). Das Schwert, mit dem er (angeblich) hingerichtet wurde, ist heute im Rathaus ausgestellt. (Siehe Bassewitzfest Kyritz.) 

    1488 wurde erstmals Kyritzer Bier mit dem Namen „Mord und Totschlag“ gebraut. Dieses Bier wird heute von der Klosterbrauerei Neuzelle hergestellt. Auch die Tuchmacherei spielte eine bedeutende Rolle. Im Jahr 1626 starben mehr als 800 Kyritzer an der Pest. Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Fachwerkhäuser errichtet, von denen einige heute noch den Stadtkern prägen. Später sank die Stadt zur Ackerbürgerstadt herab.

    In den Jahren von 1806 bis 1814 stand die Stadt unter französischer  Besatzung. Am 8. April 1807 erschossen napoleonische Truppen den Kyritzer Kämmerer Johann Carl Friedrich Schulze und den ortsansässigen Kaufmann Carl Friedrich Kersten standrechtlich vor den Toren der Stadt, um damit ein Exempel zu statuieren. Zum Gedenken an die Völkerschlacht bei Leipzig pflanzten die Kyritzer 1814 auf dem Marktplatz vier Eichen, von denen noch heute eine als „Friedenseiche“ steht. Von 1817 bis 1952 war Kyritz Kreisstadt des Landkreises Ostprignitz.

    1866 wurde das heutige Gymnasium erbaut, 1871 die Stärkefabrik gegründet. Nach einem Brand wurde 1879 ein neues Rathaus errichtet. 1910 wurde das Krankenhaus und 1925 eine Badeanstalt eröffnet.

    Nach 1945

    Am 2. September 1945 verkündete Wilhelm Pieck die Bodenreform im Gasthof „Zum Prignitzer“. [3]

    1952 wurde Kyritz Kreisstadt des Kreises Kyritz im Bezirk Potsdam (ab 1990 im Bundesland Brandenburg). 1960 wurde der Agrarflughafen Heinrichsfelde gegründet. Die Kyritzer Festtage mit Segelregatta und Bootskorso wurden 1970 erstmals veranstaltet.

    Am 1. Juli 1973 wurde Mechow eingemeindet. Gantikow kam am 1. Mai 1974 hinzu. [4]

    Durch die Kreisgebietsreform kam Kyritz im Jahr 1993 zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit der Kreisstadt Neuruppin. Am 31. Dezember 2002 wurden die Gemeinden Bork-Lellichow, Holzhausen, Kötzlin, Rehfeld-Berlitt und Teetz-Ganz eingegliedert. [5] Am 26. Oktober 2003 wurde das Amt Kyritz aufgelöst. Drewen wurde in die Stadt Kyritz eingegliedert. [5] 2010 wurde das bundesweit erste Denkmal „Den Opfern der Zwangskollektivierung im so genannten Sozialistischen Frühling in der DDR“ enthüllt. [6] Am 30. August 2010 nahm die Deutsche Telekom den ersten LTE-Sendemast Deutschlands in Kyritz in Betrieb.

    Sehenswürdigkeiten

    Die Stadtkirche (ehemals Marienkirche) ist eine dreischiffige Stufenhalle des 15. Jahrhunderts, die durch die Feldsteinsockelmauern älter wirkt. Im frühen 18. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert, was später zum Teil rückgängig gemacht wurde. 1848 wurde an Stelle des abgebrannten Turms eine neugotische Fassade mit Doppelturm nach Plänen von F. A. Stüler errichtet.

    In der Johann-Sebastian-Bach-Straße sind die Fachwerkhäuser Nr. 28 (verputzt), 36 und 44 erhalten.

     

    Bilder: Rathaus (oben), Marktplatz (Mitte), Pfarrkirche St. Marien (unten)

    Quelle: Wikipedia.org